Im Jahre 1932 fand das 50. Stiftungsfest statt, auf dem schon frühmorgens den noch lebenden Gründern ein Ständchen gebracht wurde. Nachmittags Umzug durch das Dorf und abends großer Festball mit Kommers mit der Gastwirtschaft von Jes P. Boysen. Die Gemein­devertretung stiftete 150 RM als Zuschuß. 1936 fand eine Besichtigung der Midlumer Freiwilli­gen Feuerwehr durch Kreisbrandmeister Clausen statt, die dazu führte, daß wegen des schlechten Eindrucks, den die Wehr hinterließ, eine Zwangswehr höheren Ortes diskutiert wurde. Davon konnte jedoch bei einer Nachbe­sichtigung einige Monate später Abstand ge­nommen werden.

1939 erhielt die Midlumer Wehr ihre erste Mo­torspritze (Kostenpreis: 3500 RM). Der dafür erforderliche Geldbetrag wurde durch ein Spar­kassendarlehen von 2000 RM bei üblichem Zinssatz, sowie ein zinsloses Darlehn der Landesbrandkasse aufgebracht.

1962 war ein Großfeuer, bei welchem vier reetgedeckte Häuser inmitten des Dorfes innerhalb weniger Stunden abbrannten. Die Brandursa­che blieb ungeklärt. Das Jahr 1974 ist in die Geschichte der Midlumer Wehr als das "Brand­jahr" eingegangen. So brannte am 10. Mai das Wohn- und Wirtschaftsgebäude bei M. Carstensen, am 18. August bei Nahmen Arfsten und Fröddens Erben; ein Übergreifen auf die Häuser von Alma Bruhn und Schröddens Erben war nicht zu verhindern. Die Häuser von Adolf Klu­ge und Martin Arfsten konnten durch einen Schaumteppich und Abdeckplanen vor einem Übergreifen des Feuers gerettet werden. Bei die­sem Brand waren insgesamt 11 Wehren im Ein­satz. Die Brandbekämpfung dauert von 23.45 h bis 18.00 h des folgenden Tages. Am 26. Au­gust brannte das Haus von Nahmen Hassold. Am 12. September brannte der Anbau des Hau­ses von Wolfgang Ventske. In allen Fällen konn­te eine Ursache der Brände nicht ermittelt wer­den. Bereitschaftspolizei und Kriminalpolizei waren im gesamten Dorfe im Einsatz.

In der Zeit vom 2. bis 10. August 1975 wurde auf dem Hofgelände von Cornelius O. Arfsten ein Feuerlöschbrunnen gebohrt, der 28 m tief war und 1000 l/Min. liefern konnte.

Bis zum Herbst 1974 waren laufend Wachgän­ge notwendig geworden, die sich aus der Serie der Brandstiftungen ergeben hatten. Mehrfach erfolgte blinder Alarm, ohne daß sich die Anru­fer feststellen ließen. Am 30. Oktober 1976 er­hielt die Wehr einen neuen Feuerwehrwagen. Aus diesem Anlaß fand im Anschluß an die Übergabe durch die Gemeinde ein Erbsensup­penessen mit Umtrunk statt.

Die Tätigkeitsberichte anläßlich der jährlichen Generalversammlung waren jeweils Informatio­nen über die Teilnahme von Mitgliedern der Wehr an verschiedenen Lehrgängen (für An­wärter, für Truppführer, für Gruppenführer, für Zugführer, als Funker, als Maschinist TS u. a. m.). Außerdem wurde festgehalten, wer in den passiven Dienst übertrat. Darüber hinaus sind auch die Wehreinsätze außerhalb des Or­tes Midlum aufgeführt.

Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 1981 war umfangreicher als sonst üblich und beschäftig­te sich vor allem mit den Vorbereitungen für das 100. Stiftungsfest 1982. Daher finden sich nach den Ausführungen hierzu folgende Sätze: "Jetzt ist es erstmal mit dem Feiern zu Ende. Wir möchten nicht den Gedanken aufkommen lassen, die Midlumer Wehr hätte sich nur mit Festlichkeiten beschäftigt. Darum jetzt der Jahresbericht".

Am 18. Juni 1983 brannten die Wirtschaftsge­bäude einschl. Stall und des darin enthaltenen Viehs von John Jacobs ab. Am 18. Juli 1984 brannte das Wirtschaftsgebäude von Arno Han­sen total nieder; das Wohnhaus konnte gerettet werden.

"Bei der Reinigung der Geräte und Ablösung bei den Brandwachen, sowie Austauschen der Schläuche werden noch mehr freiwillige Helfer gebraucht"... heißt es im Jahresbericht, an des­sen Schluß es im Hinblick auf Lottoabende etc. lautet: "Solche Veranstaltungen zeigen uns, daß in der Midlumer Wehr ein guter Kamerad­schaftsgeist auch zu unseren passiven Kame­raden herrscht. Der Eintritt junger Kameraden in die Wehr bestätigt uns, daß wir trotz der schweren Jahre getrost in die Zukunft blicken können".

Am 21. Juli 1989 wurde eine neue Tragkraft­spritze TS 8/8 in Empfang genommen, die dem Vorgängermodell überlegen ist und mit einer elektrischen Anlaßvorrichtung ausgestattet ist. Auf der Generalversammlung am 27. Dezember 1991 muß ein neuer Gemeindewehrführer ge­wählt werden, da Martin Arfsten in die Wehrre­serve zurücktritt. Er hat seit 1974 die Ge­schicke der Freiwilligen Feuerwehr Midlum ge­lenkt und kann sein Amt an Momme Carstensen übergeben. Martin Arfsten wurde Ehrenwehrführer. In den letzten Jahren hat es in Midlum nicht mehr gebrannt. Die Wehr ist allerdings zu verschiedenen Einsätzen in die umliegenden Dörfer ausgerückt.

1995 brannte am 27. März das Reetdachhaus von Peter Lassen; das Nachbarhaus von Chri­stel Leipersberger-Nielsen brannte ebenfalls auf, da die Hitzeentwicklung zu stark war und das Haus nicht geschützt werden konnte. Auch bei dieser Brandbekämpfung zeigte sich, daß man auf offene Wasserstellen und die Lösch­brunnen angewiesen war, da die Unterflurhy­dranten nicht die notwendige Wassermenge zum Löschen bereitstellen können, wie zum Beispiel für die Versorgung der Wyker Wasser­kanone benötigt wird. Am 12. April 1996 brann­te das reetgedeckte Wohnhaus der Familie Rie­der nieder; ein Übergreifen auf die Nachbarhäu­ser konnte durch entsprechende Schutz­maßnahmen verhindert werden.

Eine Jugendfeuerwehr entstand im Jahre 1924 aus den Dorfteilen "Midlum-West" und "Midlum-Ost" Die Initiative hierzu ging von Knudt Knudtsen und Johannes Lorenzen aus. Harald Hassold berichtet: "Ein von den Jungen gezim­merter Kasten, daran ein langes Kokostau an dessen Ende ein Knüppel, und fertig war die Spritze. Die Trillerpfeife schrillte. Alle Feuer­wehrjungen flitzen herbei. Ein Misthaufen oder ein Strohklamp genügte ihrer Phantasie als Brandstelle. An ihr wurde das Feuer hurtig, sy­stematisch, gründlich unter genauen Anwei­sungen gelöscht. Eine strenge Disziplin herrschte und der Dienst war hart. Einige Jahre später erwarben die Midlumer Feuerwehrjungen die alte Handdruckspritze der Oevenumer Jugendfeuerwehr. Diese Handdruckspritze gab sogar wirklich Wasser, wenn sie laufend mit Wasser aus Eimern gefüllt wurde. Bei einem wirklichen Brand kam diese Spritze sogar frü­her als die der aktiven Midlumer Feuerwehr zum Einsatz. Hierzu stellten die Jungen ihre Spritze neben eine Pumpe. So konnte sie immer schnell mit Wasser gefüllt werden. Eine Aner­kennung des Kreisbrandmeisters für ihren Ein­satz spornte die Jungen zu weiterer Aktivität an.

Die Feuerwehr eines Dorfes übt eine wichtige Funktion aus und ist hierzu auf die freiwillige Mitarbeit aller männlichen Dorfbewohner ange­wiesen. Auf diese Weise nimmt die Feuerwehr als ein lebendiger Bestandteil des Dorfes an allen Veranstaltungen des Dorfes teil und prägt die Dorfgemeinschaft in hervorragender Weise. Da kann es nicht ausbleiben, daß in den Jah­resberichten auch die jeweils stattfindenden Veranstaltungen wie Straßenfest, Ringreiten, Stiftungsfest u. a. m. einen breiten Raum ein­nehmen. Denn diese "Feste" haben das Zusam­mengehörigkeitsgefühl und die Dorfgemein­schaft erheblich gefestigt, so daß die Freiwillige Feuerwehr Midlum zu einem wichtigen kultu­rellen Faktor der Gemeinde geworden ist.

Aus: Unser Dorf, Chronik der Gemeinde Midlum

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